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Pressekonferenz gibt Startschuss für spektakuläre Ausstellung „Mumien - Körper für die Ewigkeit“
12. November 2009
„Diese spektakuläre Ausstellung wird weit über die Grenzen unserer Region hinaus ausstrahlen“, so lautete die gemeinsame Einschätzung von Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und dem Vorstandsvorsitzenden der K+S Aktiengesellschaft Norbert Steiner am heutigen Donnerstag auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der Sonderausstellungseröffnung „Mumien – Körper für die Ewigkeit“, die vom 17. November 2009 bis 18. April 2010 im Naturkundemuseum und im Museum für Sepulkralkultur gezeigt wird.
Erstmals kooperieren mit den beiden Museen zwei Einrichtungen, die auf den ersten Blick inhaltlich unterschiedlich aufgestellt sind. Doch bei dem Thema „Mumien“ bot sich die Zusammenarbeit geradezu an: Naturwissenschaftlich ausgeleuchtet wird das Thema im Naturkundemuseum, das Mumien außereuropäischer Kulturen zeigen wird. Das Museum für Sepulkralkultur legt seinen Schwerpunkt auf die kulturhistorische Bedeutung von Mumien, insbesondere im Kontext der europäischen Begräbniskultur.
Der Kulturstandort Kassel werde durch die große Mumienausstellung in beiden Museen noch einmal an Bedeutung gewinnen, ist sich OB Hilgen sicher. Er dankte Norbert Steiner ausdrücklich für die großzügige Unterstützung, durch die dieses Projekt erst realisiert werden konnte. „Das Thema Mumien fasziniert viele Menschen und das aus völlig unterschiedlichen Gründen. Wir waren vom Konzept dieser Sonderschau sofort angetan und sind auch vom Erfolg überzeugt“, sagte der K+S-Vorstandsvorsitzende. „Gern haben wir deshalb dabei geholfen, dass die Ausstellung auch finanziell auf gesunden Füßen steht.“
Die Gründe für die Realisierung der Ausstellung im Naturkundemuseum und im Museum für Sepulkralkultur bestünden in der Historie, der Sammlung oder auch der Themenstellung beider Häuser, erklärte der Leiter des Naturkundemuseums Dr. Kai Füldner. In dem vor über 400 Jahren errichteten Gebäude des heutigen Naturkundemuseums, das Ottoneum, war im frühen 18. Jahrhundert eine Lehranstalt - das Collegium Carolinum - untergebracht, in der Ärzte und Hebammen ausgebildet wurden. Aus jener Zeit stammen auch die genannten Fötenmumien. Das Ottoneum stellt somit aufgrund seiner Historie einen authentischen Ort für die Präsentation von Mumien dar.
Demgegenüber stellt das Museum für Sepulkraltur aufgrund seiner kulturgeschichtlichen Ausrichtung die Rezeption der Mumien in Europa und die Praxis der Mumifizierung in den europäischen Kirchengrüften in den Mittelpunkt. Die hiermit verbundene Frage nach der (sogar physischen) Unsterblichkeit wird schließlich bis in die Gegenwart (und Zukunft) verfolgt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet hier die Auseinandersetzung mit Mumien in der zeitgenössischen Kunst, erläuterte Prof. Dr. Reiner Sörries, Leiter des Sepulkralmuseums.
Die Ausstellung basiert auf der 2007/2008 gezeigten Sonderschau „Mumien - Der Traum vom Ewigen Leben" der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim. Deren Kurator Dr. Wilfried Rosendahl machte deutlich, um welche verschiedenen Fragestellungen und Aspekte sie an den beiden Kasseler Ausstellungsstandorten erweitert wurde: „Die Ausstellung in Kassel zeigt nicht nur neueste Erkenntnisse aus dem German-Mummy-Project, sondern wurde auch um ein wichtiges europäisches Mumienthema, nämlich „Mumien und Mumifizierung in Anatomie“ erweitert. Es handelt sich ebenfalls um ein Teilgebiet des Mannheimer Forscherteams. Für uns als Urheber der Mumienausstellung war die Zusammenarbeit der beiden Museen in Kassel als ein Ausstellungsort sehr interessant. Die Themenkombination der beiden Häuser ist weltweit einmalig und bietet damit einen einzigartigen Rahmen für eine außergewöhnliche Ausstellung.“
Ein Begleitbuch für die Ausstellung „Mumien - Körper für die Ewigkeit“ ist in den Museumsshops von Naturkundemuseum und Museum für Sepulkralkultur ab sofort bis Ende der Ausstellung zum Sonderpreis von 24,90 Euro erhältlich. Der Bild- und Textband von 378 Seiten mit über 350 Abbildungen behandelt das Thema „Mumien" erschöpfend. Herausgegeben wurde der Band 2007 von den Engelhorn-Reiss-Museen anlässlich der ersten Mumienausstellung in Mannheim.



